Sechs Gründe …
3. November 2007 von Christhard Landgraf
… führt die Logokommission von Bündnis 90/Die Grünen unter Leitung von Claudia Roth an, weshalb ein neues Logo her muss (>>). Alle Gründe sind nachvollziehbar. Ein Grund ist inhaltlicher Art: Weil das Bündnis 90 und die Grünen zusammengewachsen sind braucht’s was Neues. Die anderen fünf Gründe sind rein technischer Natur und bescheinigen dem alten Logo fatale handwerkliche Mängel. Da fragt man sich, warum es seit 1993 gedauert hat bis man das bemerkte.
Jetzt werden nach einem missglücktem Versuch (2006) drei neue vor- und zur Wahl gestellt. Vor diesem Hintergrund stellen sich mir drei Fragen.
1. Ist das alte Logo für den jetzigen Zustand der Partei verantwortlich? Wir als Designer wissen, ein Logo, ein Corporate Design wirkt nach außen und innen …
2. Bei der Entscheidung für ein neues Logo geht es um sehr viel: Neue Sichtweisen, neue Positionierung, veränderte Bedingungen, neue Inhalte, … Bei den vorliegenden neuen Entwürfen frage ich also: Wo ist das Neue? Traditionell und konservativ: Da reihen sich auch die verwendeten Schriften Futura (um 1930) und Avant Garde (1970) mit ein.
3. Design und Demokratie? Eine Wahl wird nur zur echten Wahl wenn ich Alternativen habe und wie bei einer richtigen Wahl muss ich hinter den äußeren Schein gucken, die Inhalte zählen. Aber bei der Vorstellung der drei Neuen werden nur formale Gesichtspunkte herangezogen. Ist die Partei dort angekommen, wo die anderen Parteien schon sind: Inhaltsleer und konfliktscheu.
Mein Vorschlag: Für jede Legislaturperioden neue Visionen und Positionen entwickeln, dazu ein wirklich neues Logo von kompetenten Designern entwerfen lassen und bei der Bundestagswahl entscheidet das Wahlvolk über das Logo und den Inhalt – und somit über die Partei.
Christhard „Otto“ Landgraf
PS: Interessant ist auch der fontblog zu diesem Thema.
